MIB-Aug. 2026-Neuer Meilenstein der Via Transilvanica in Mediasch

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Ein Rockstar enthüllt einen neuen Meilenstein der Via Transilvanica in Mediasch – von Ioana Pătrăşcoiu

An einem Junitag enthüllt ein Rockstar einen behauenen Stein – unter dem Beifall von Kindern im Alter von 8 bis 10 Jahren, die die Bedeutung dieses Augenblicks wohl erst in zehn Jahren wirklich begreifen werden. Bei diesem Rockstar handelt es sich um Dumitru Prunariu, den ersten rumänischen Kosmonauten. So versucht Alin Uşeriu die Ausstrahlung zu beschreiben, die Prunariu vor 45 Jahren besaß, als alle Augen auf die Fernsehbildschirme gerichtet waren, um den Rumänen zu sehen, der ins All flog und die Schwerelosigkeit erlebte.

Keiner von ihnen ist zum ersten Mal in Mediasch. Prunariu war bereits früher hier, etwa bei der Einweihung des Hermann-Oberth-Gedenkhauses, vor dem er auch jetzt steht. Ebenso Alin Uşeriu, der nicht nur den Anstoß für diesen langen Weg namens Via Transilvanica gab, sondern ihn auch zweimal zu Fuß zurücklegte: von Putna nach Drobeta und wieder zurück. Im vergangenen Jahr machte er auf seinem Weg nach Drobeta in Mediasch Halt, um die Einwohner zu treffen und über die Via zu sprechen.

Auch Tibi Uşeriu kam durch Mediasch, allerdings im Laufschritt – denn so legte er die Via zurück. Nun sind sie alle hier – gemeinsam mit Bürgermeister Gheorghe Roman, Major Ovidiu Morariu und Kommandeur George Diveică, dem Vertreter des Luftwaffenstützpunkts 71 –, um einen historischen Moment vorzubereiten.


Im Mediascher Infoblatt wurde in den letzten Jahren mehrfach von dem inzwischen gut bekannten Fernwanderweg Via Transilvanica berichtet, der auf einer Länge von 1600 km von Putna an der rumänisch-ukrainischen Grenze bis nach Drobeta-Turnu-Severin führt. Er wurde im Jahre 2018 auf Initiative des gemeinnützigen Vereins „Tăşuleasa Social“, dessen Vorsitzenden Alin Uşeriu und seinem Bruder Tiberiu ins Leben gerufen und versteht sich als „ein Weg, der verbindet“ (un drum, care uneşte) – im übertragenen wie auch im eigentlichen Wortsinn. Die Strecke wurde im Jahre 2022 vollständig ausgewiesen. Es gibt einige Besonderheiten, die diesen Wanderweg neben der landschaftlichen Schönheit und der Herzlichkeit der Menschen, denen man unterwegs begegnet, auszeichnen. Da ist zum einen die Markierung: Das orangene T in einem orangenen Kreis auf weißem Grund führt von einem Kilometerstein zum nächsten. Die aus Andesit von Hand behauenen Kilometersteine haben eine Standard-Form, wobei jeder durchaus ein Unikat darstellt. Der gemeinnützige Verein arbeitet vollständig mit Spenden, Paten- und Partnerschaften. Die Spender können Vorschläge zur Gestaltung des eigenen Kilometerstein machen.  

Aus Nimesch kommend erreichte bis vor kurzem die Via den Mediascher Hattert beim „Binder Bubi“ und verlief dann durch die Forkeschgasse, an der Roth-Oberth-Schule vorbei, wo ein Kilometerstein mit dem Mediascher Wappen steht, und durch die Steingasse, das Krähenwiesen-Viertel und den Weberln in Richtung Baassen. Kürzlich wurde vor dem Hermann-Oberth-Gedenkhaus ein weiterer Kilometerstein eingeweiht, so dass der Verlauf der Via Transilvanica durch unsere Heimatstadt nun etwas angepasst wurde. Ioana Pătrăşcoiu war bei der feierlichen Zeremonie dabei. (hd)

Die Route der Via Transilvanica wurde leicht angepasst, sodass sie nun vor dem Hermann-Oberth-Gedenkhaus vorbei führt. Wanderer können dort – noch vor dem Museumsbesuch – einen neuen Meilenstein bewundern, der zwei rumänischen Koryphäen der Raumfahrt gewidmet ist: Hermann Oberth, dem Vater der Raumfahrt, und Dumitru Prunariu.

Das Denkmal wurde von Alexandru Burlacu geschaffen; ihm gelang es, zwei Persönlichkeiten auf demselben Stein zu vereinen, die sich – so Prunariu – „gut kannten“. Major Ovidiu Morariu formulierte es so: „Der eine träumte vom Weg zu den Sternen in einer Zeit, als die Raumfahrt noch unmöglich schien. Der andere ließ diesen Traum Wirklichkeit werden und wurde der erste und einzige Rumäne, der ins All flog.“ Und welcher Ort wäre für ein solches Denkmal besser geeignet als Mediasch – jene Stadt, in der Oberth seine bedeutendsten Werke schuf und von wo aus seine erste Rakete startete?

Wie jeder Meilenstein an der Via Transilvanica trägt auch dieser eine Nummer, die die Entfernung vom Beginn des Weges – in Putna – angibt: 644. Für Prunariu hat diese Zahl eine besondere Bedeutung:

„Warum ist dieser Meilenstein so wichtig? Aus verschiedenen Gründen. Er steht bei Kilometer 644. Er markiert den Zeitpunkt, an dem sich mein Weltraumflug zum 45. Mal jährte, aber auch den Moment, in dem – angefangen bei Juri Gagarin – insgesamt 644 Menschen in den Weltraum geflogen sind. Ist das nicht ein außergewöhnlicher Zufall? Ich gehöre einer internationalen Organisation an, die alle Astronauten und Kosmonauten der Welt vereint: der Association of Space Explorers. Ich bin Mitglied des Vorstands und erhalte regelmäßig Informationen über die genaue Anzahl der Astronauten, die Art der Missionen und so weiter. Letzte Woche erhielt ich die aktuellsten Daten: 644 Menschen haben die Erde auf einer Umlaufbahn umkreist oder den Mond erreicht. Es gibt auch Astronauten, die lediglich einen Sprung in den Weltraum wagen und sofort wieder am Fallschirm zur Erde zurückkehren – sogenannte ballistische Flüge. Zählt man diese hinzu, kommt man auf etwa 780 Personen, die den Weltraum erreicht haben. Doch die eigentlichen Kosmonauten – jene, die in der Schwerelosigkeit lebten, Experimente durchführten und ihre Staaten vertraten – sind genau jene 644, von denen ich sprach. Ich hoffe, dass Sie diese Geschichte weitertragen, sich an diese Momente erinnern und Menschen dazu ermutigen, diesen Meilenstein aufzusuchen. Und wenn sie dort angekommen sind, sollten sie auch das Hermann-Oberth-Museum besuchen; dort erfahren sie viel Interessantes über den Wissenschaftler – den ‚Vater der Raumfahrt‘, wie er in der Fachliteratur genannt wird –, aber auch über meinen eigenen Weltraumflug.“

Die anwesenden Erwachsenen freuten sich über die Anwesenheit von General Prunariu und den Brüdern Uşeriu, doch die Kinder waren mehr von dem Hubschrauber und den beiden Flugzeugen der Luftwaffenbasis 71 beeindruckt, die in geringer Höhe über Mediasch hinwegflogen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ein Stein so viel Freude bereiten kann, wie es heute der Fall war“, sagte Alin Uşeriu. Diese Veranstaltung wurde durch das Engagement von Major Ovidiu Morariu ermöglicht – einem Anhänger und Förderer von Via Transilvanica sowie einem Wanderer, der die gesamte Strecke im Jahr 2025 zurückgelegt hat. Er stiftete den Markierungsstein und ergriff zudem die Initiative, die Routenführung so anzupassen, dass alle hier eintreffenden Wanderer erfahren können, wie Siebenbürgen mit dem Kosmos verbunden ist.

Gedenkhaus und Büste von Hermann Oberth, dem „Vater der Raumfahrt“.